Meine Erfahrungen mittels hochfokussiertem Ultraschall (MRgFUS), Radiofrequanzablation (SONATA) & veganer Ernährung

Liebe Leidensgenossinnen!

Bei mir (w, 34) wurden vor etwa 11 Jahren erstmals Myome in der Gebärmutter festgestellt. Da die Myome (ich glaube es waren zunächst 1 oder 2) noch recht klein waren und keine Probleme verursachten, habe ich auf Anraten meiner Frauenärztin lediglich die routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen (mittels Ultraschall) zur Kontrolle des Wachstums der Myome wahrgenommen und nichts weiter unternommen. Da die Myome über die Jahre stetig wuchsen (das größte maß etwa 4,5 cm im Durchmesser) und auch noch weitere hinzu kamen (es waren schließlich 4 Stück), riet mir meine Frauenärztin zu einer Myomsprechstunde in einer speziell zur Behandlung von Myomen ausgerichteten Fachklinik. Ich hatte zwar nach wie vor keine Beschwerden, da es sich um subseröse Myome handelte (also keine dauerhaften und/oder schmerzhaften Blutungen etc.), aber dennoch hatte ich Sorge, dass durch das rasante Wachstum der Myome irgendwann doch einmal Probleme entstehen könnten und dann ein großer operativer Eingriff nötig werden würde. Also stellte ich mich im Februar 2015 im Marienhospital Bottrop vor, da ich durch meine Frauenärztin von der Minimalinvasiven Methode zur Entfernung von Myomen mittels Magnetresonanztomographie (MRT)- gesteuertem fokussiertem Ultraschall (kurz MRgFUS) gehört habe. Zunächst wurde eine Voruntersuchung durchgeführt, um feststellen zu können, ob die Methode bei mir überhaupt angewendet werden kann. Dazu wurden MRT-Aufnahmen mit Kontrastmittel von meinem Becken gemacht, um die Größe, Lage und Anzahl der Myome bildlich darzustellen. Das ist völlig harmlos, tut überhaupt nicht weh! Lediglich die Röhre ist etwas eng und laut, aber wenn man keine Platzangst hat überhaupt kein Problem! Anschließend wurde ich dann noch gynäkologisch untersucht. Der Arzt erklärte mir anschließend, dass die MRT-Bilder und seine Untersuchungen ergeben hätten, dass die Myome nicht perfekt liegen, um diese mittels hochfokussierten Ultraschall zu erreichen. Mein Darm würde wohl im Schallfenster liegen und man müsse bei der Anwendung der Methode vorher schauen, ob man durch eine Irrigation (= Einleiten von Ultraschall-Gel über den Anus in den Darm) den Darm aus dem Schallfenster bewegen kann, da sonst der Darm und nicht die Myome durch den Ultraschall geschmolzen wird. Außerdem würde routinemäßig ein Blasenkatheter gelegt werden, damit der Ultraschall-Weg zu den Myomen über die künstliche Entleerung oder Befüllung der Blase mittels Flüssigkeit freigemacht werden kann. Ich fand die Vorstellung einen Blasenkatheter gelegt und einen Schlauch in den Po gesteckt zu bekommen sehr abschreckend und hatte große Angst davor! Zumal nicht mal sicher war, dass das Verfahren mit Katheter und Irrigation zum Erfolg führen. Dennoch entschied ich mich zu dieser Behandlungsform, da ich einen großen operativen Eingriff für eventuell irgendwann auftretende Probleme unbedingt vermeiden wollte!

Ich sollte also am Behandlungstag ca. 10 Minuten vor dem vereinbarten Termin mit einer Begleitperson (nach der Behandlung darf man aufgrund der Medikamentengabe nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen und darf die Klinik nur in Begleitung verlassen!) in der Kernspinabteilung im Marienhospital Bottrop erscheinen. Ich sollte in der Woche vor der Behandlung keine Blähende oder stopfende Kost essen, sollte aber unbedingt ein normales Frühstück zu mir nehmen. Außerdem sollte ich meinen gesamten Unterbauch (bis zum Bauchnabel) am Behandlungsmorgen so gründlich rasieren, dass keine Haare oder Stoppeln mehr zu sehen sind und mich danach auch nicht eincremen oder einölen. Außerdem sollte ich ein kleines Kopfkissen, warme Socken, ein langärmliges Baumwollshirt ohne Knöpfe etc. mitbringen.

Zunächst sollte ich mir ein klassisches OP-Hemd anziehen, dann bekam ich ein leichtes Beruhigungs- und Schmerzmittel (u.a. Buscopan, weiß aber nichtmal mehr, ob mir dafür ein Zugang gelegt wurde oder ob ich das oral einnehmen musste…zu lang ists her…). Anschließend wurde mir der Blasenkatheter eingeführt (und davor hatte ich richtig schiss!). Dazu musste ich mich auf den Rücken auf eine Liege legen, die Beine aufstellen, ganz nah an den Körper ran ziehen und dann seitlich auseinanderfallen lassen. Das Einführen des Schlauchs tat überhaupt gar nicht weh, lediglich der Durchtritt des Schlauchs von der Harnröhre in die Blase hat ganz kurz weh getan, aber das war nur ein ganz kurzer stechender Schmerz und sofort wieder vorbei. Anschließend musste ich mich bäuchlings auf die MRT-Liege legen. Der Arzt sagte mir vorweg, dass die Behandlung einem Zahnarztbesuch gleichkommt: Die Behandlung sei auszuhalten, aber frau ist auch froh, wenn es vorbei ist! Dann bekam ich Kopfhörer auf (das Gerät ist sehr laut) und wurde in die MRT-Röhre hinein gefahren. Dann versuchten die Ärzte den Schallweg so freizulegen, dass keine inneren Organe geschädigt werden. Dazu wurde meine Blase immer wieder mit Flüssigkeit gefüllt, wieder abgelassen etc. Naja, und weil es nicht funktionierte wurde mir dann über einen Schlauch Ultraschallgel (oder eine andere Flüssigkeit) in den Enddarm gefüllt, in der Hoffnung, dass sich der Darm aus dem Schallfenster bewegt und die eigentliche Behandlung der Myome beginnen konnte. Die Prozedur tat zwar überhaupt nicht weh, war aber dennoch aufgrund meines Schamgefühls nicht sehr angenehm. Aber was gemacht werden muss, muss halt manchmal leider gemacht werden. Nach etwa 1,5 bis 2 Stunden kamen die Ärzte zu mir und sagten, dass sie den Darm nicht wegbewegen konnten und das Verfahren bei mir nicht angewendet werden kann. Sie rieten mir zu einer Laparoskopie (kleine Bauchschnitte, über die die Geräte in den Bauchraum eingeführt werden, um das Myom auszuschälen (Myomnukleation). Die Ärzte entnahmen den Schlauch aus meinem After (tat überhaupt nicht weh!) und zogen den Blasenkatheter heraus (war ein unangenehmes Ziehen, aber auch auszuhalten). Danach hatte ich einen sehr starken Harndrang und bin auf Toilette gegangen und DAS tat höllisch weh!!! Neben Urin kam auch eine Menge Blut raus und ich hatte das Gefühl Rasierklingen zu pinkeln! Leider hielt dieser Zustand auch den ganzen Tag noch an. Der Arzt meinte, ich solle viel trinken. Das habe ich auch gemacht, sodass es am nächsten Tag besser war und am Tag darauf war alles wieder gut.

Nach diesem gescheiterten Versuch habe ich meine Myome erstmal Myome sein lassen, zumal der Arzt in Bottrop gesagt hat, dass erstmal kein dringender Behandlungsbedarf besteht, wenn ich keine Beschwerden habe. Aufgrund eines Wohnortwechsels habe ich dann auch meine Frauenärztin wechseln müssen und die Myome 2-mal jährlich im Rahmen der normalen Vorsorgeuntersuchungen kontrollieren lassen. Die Myome wuchsen leider munter weiter, sodass das größte Myom bereits einen Durchmesser von 6 cm aufwies. So langsam stellten sich bei mir auch Beschwerden ein, wie Fremdkörpergefühl und Druckschmerzen beim Sitzen oder beim Tragen einer Bauchtasche, Ständig weicher Stuhlgang und je nach Stellung auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Meine Frauenärztin riet mir schließlich nochmal zu einem Facharzt zu gehen und die Notwendigkeit einer Behandlung prüfen zu lassen.
Ich habe dann erstmal mehrere Wochen im Internet recherchiert, welche Behandlungsmöglichkeiten es zur Entfernung von Myomen gibt. Da meine Beschwerden und mein Leidensdruck nicht so stark waren, dass ich unmittelbar hätte handeln müssen, wollte ich einen operativen Eingriff UNBEDINGT vermeiden! Denn JEDER Eingriff, bei dem geschnitten wird und der als noch so Minimalinvasiv angepriesen wird, birgt meines Erachtens enorme Risiken, denen ich mich einfach nicht aussetzen wollte! Selbst bei der Laparoskopie, bei der über kleine Bauchschnitte gearbeitet wird, wird Bauchmuskelgewebe durchtrennt. Das vernarbende Gewebe kann dabei größere Komplikationen hervorrufen, als das Myom selbst. Das Narbengewebe kann bei einer Schwangerschaft unter Umständen sogar wieder aufreißen. Auch kann es zur Verklebungen von Gewebe kommen, die eine Nachfolge-OP notwendig machen. Und ein aus meiner Sicht nicht zu unterschätzender Punkt sind Verletzungen innerer Organe, wie Darm, Blase, Harnleiter, Eierstöcke etc.. Auch kommt es nicht selten zu starken Blutungen, die u.U. lebensbedrohlich sein können. Und die Regenerationszeit von mehreren Tagen Krankenhausaufenthalt ist nach meiner Auffassung nicht zu unterschätzen. Das alles wollte ich nicht!

Umso glücklicher war ich, als ich per Zufall auf die Radiofrequenzablation (SONATA-Behandlung) von Myomen gestoßen bin. Dabei wird unter Vollnarkose eine Ultraschallsonde (ähnlich wie beim Frauenarzt, nur viel dünner) über die Scheide (also eine natürlich vorhandene Körperöffnung) durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter vorgeschoben. Dort wird dann das Myom lokalisiert. Aus dem Sondenkopf werden Drähte in das Myom hineingefahren. Das Gerät berechnet die Größe des Myoms. In Abhängigkeit von der Größe des Myoms werden die Drähte mittels Strom stark erhitzt, sodass das Myomgewebe verödet wird. Das Myom verbleibt zwar im Körper, da das Gewebe aber aufgrund der Hitze nicht mehr „lebensfähig“ ist, stirbt es ab und wird in den darauffolgenden Wochen und Monaten i.d.R. kleiner. So klein, dass sie keine Beschwerden mehr verursachen. Es können mehrere Myome nacheinander behandelt werden und es können auch solche Myome behandelt werden, für die es sonst aufgrund der Lage und Größe keine anderen minimalinvasiven Verfahren gibt. Die eigentliche Behandlungszeit pro Myom dauert etwa 3 Minuten.

Als ich darauf gestoßen bin, wusste ich sofort, dass das die Methode meiner Wahl ist! Ich habe mich sofort auf die Suche nach einer Klinik gemacht, die dieses Verfahren anbietet (https://sonatatreatment.com/de/kontaktieren-sie-uns/). In meiner Wahlklinik habe ich mich Ende August 2018 mit aktuellen Ultraschallbildern von meinen Myomen sowie den Unterlagen aus dem MRgFUS-Zentrum von 2015 vorgestellt. Zunächst wurde ich gynäkologisch untersucht und bekam nochmal ausführlich die Methode erklärt und habe schließlich alle Fragen stellen können, die mich bewegt haben. Da ich nicht persönlich mit dem Oberarzt sprechen konnte, telefonierte ich wenige Tage später mit ihm. Hier das wichtigste in Kürze zusammengefasst:
Die Methode wurde im Jahr 2011 in den USA entwickelt und wird seit etwa 2014 in ausgewählten deutschen Kliniken angewendet. Es handelt sich demnach um ein sehr neues Verfahren, sodass es noch keine Langzeitstudien oder –ergebnisse gibt. Daher gibt es auch noch keine belastbaren Ergebnisse bezüglich Schwangerschaften nach der Behandlung (wir haben zwar keine Kinder, aber für mich überwogen die Vorteile im Hinblick auf das schnittfreie Verfahren als die Realisierung eines vielleicht einmal aufkommenden Kinderwunschs, sodass ich dieses Risiko eingehen wollte). Dennoch sagte er, dass eine Schwangerschaft nach dem Eingriff rein theoretisch möglich ist und dass es auch Patientinnen gibt, die nach dem Eingriff schwanger wurden. Die Behandlung wird in Vollnarkose durchgeführt. Im Zuge des Verfahrens können keine Gewebeproben entnommen werden. Die bisherigen Behandlungen zeigen, dass 80% der Myome nach der Behandlung um 80% kleiner werden. Der KH-Aufenthalt dauert 2 Nächte. Mögliche Nebenwirkungen sind Nachblutungen und Ziehen im Unterbauch. Der Oberarzt legte mir noch die klassische hysteroskopische Resektion (also im Prinzip das Wegschneiden des Myoms durch die Vagina hindurch) als Ausweichalternative ans Herz, falls sich zeigen würde, dass eins oder mehrere Myome nicht durch das SONATA-Verfahren behandelt werden kann (z.B. bei zu großen, gestielten Myomen). Ich ließ mir die Vor- und Nachteile erklären und verwies darauf, dass ich darüber nachdenken werde (und schließlich aus guten Gründen ablehnte, s. u.). Ich vereinbarte einen OP-Termin Mitte Oktober 2018. Die Kosten wurden von meiner Krankenkasse übernommen.
Hier eine Zusammenfassung des Ablaufs:
Ein paar Tage vor der geplanten Behandlung musste ich zur Vorbesprechung in die Klinik. Dort musste ich eine Urin- und eine Blutprobe abgeben. Außerdem erfolgten das Anästhesiegespräch sowie das Gespräch zur Aufklärung und der Einwilligung. Im Rahmen dieses Gesprächs formulierte ich die für mich persönlich so wichtigen Einschränkungen und pochte darauf, dass das genau so niedergeschrieben wird: "Ich wünsche ausschließlich die transvaginale Durchführung der SONATA-Behandlung (Radiofrequenzablation von Myomen) ohne Einsatz von Skalpell oder sonstigen schneidenden Werkzeugen. Ich lehne die operative Bauchspiegelung (Laparoskopie/Pelviskopie) oder die OP mittels Bauchschnitt (Laparotomie) strikt ab! Ich möchte nicht, dass mir Körperteile oder Organe (z.B. Entfernung der Gebärmutter, Verkürzung der Vagina etc.) entnommen werden. Auch die klassische hysteroskopische Resektion meiner Myome lehne ich ab." Ich habe mich dazu entschieden, weil ich unter keinen Umständen wollte, dass was anderes als die Radiofrequanzablation gemacht wird! Der Arzt klärte mich zwar im Vorhinein darüber auf, dass, falls bei der Operation etwas schief geht, er alles unternehmen muss, um mein Leben zu retten (also falls nötig auch Gebärmutter raus). Da die SONATA-Behandlung (da schnittfrei) einen solchen Fall so ziemlich ausschließt, wollte ich das so verbindlich formulieren.

Am Vorabend vor der OP durfte ich noch bis 22:00 Uhr etwas essen, danach durfte ich nur klare Flüssigkeit (Wasser ohne Kohlensäure, Tee, Kaffee ohne Milch und Zucker) zu mir nehmen. Ich musste mir außerdem noch ein Zäpfchen zum Abführen rektal einführen und so lange wie möglich halten.
Am nächsten Tag kam ich mit meinem Partner in die Klinik, musste ein OP-Hemd anziehen und die „Scheiß-egal-Tablette“ nehmen. Dann wurde ich (da man nach Einnahme der Tablette nicht mehr aufstehen darf) in meinem Bett in den OP-Vorraum gefahren. Dort wurde mir ein Zugang gelegt (das war für mich mit das Schlimmste an der ganzen Prozedur, weil ich panische Angst vor Spritzen habe) und das Narkosemittel gespritzt. Das hat leider ziemlich gebrannt, was ich den beiden Anästhesisten auch gesagt habe. Kurz darauf wurde mir eine Maske an das Gesicht gehalten und weg war ich.
Ich wachte im Aufwachraum auf und wurde wenig später auf mein Zimmer geschoben. Die ganze Prozedur mit Narkosevorbereitung, Behandlung, Aufwachen hat wohl etwa 2 Stunden gedauert. Aber mir ging es danach wirklich gut und ich hatte keinerlei Schmerzen. Als ich nach 1-2 Stunden kurz aufstand, bemerkte ich, dass ich leichte Blutungen hatte. Dennoch ging es mir gut. Ich hatte lediglich (laut)starke Blähungen, was mir doch sehr unangenehm war, was aber vermutlich auf das Abführmittel, dass ich Tags zuvor nehmen musste, den leeren Darm und das Narkosemittel zurückzuführen war. Ich war zwar von der Narkose noch etwas wackelig auf den Beinen, aber ich konnte schon am selben Tag aufstehen, herumlaufen und in der Nacht sogar auf dem Bauch schlafen! Ich habe keinerlei Schmerzmittel bekommen oder gebraucht! In den kommenden Tagen hatte ich noch leichte Blutungen von der Behandlung und leichte Schmerzen, die sich wie Bauchmuskelkater anfühlten. Das war alles! Ich musste 2 Nächte in der Klinik verbringen und war dann noch zwei Tage krank geschrieben, aber da es mir so gut ging, habe ich, als ich wieder zu Hause war, im Home Office gearbeitet. Im weiteren Verlauf soll der Behandlungserfolg bei der Gynäkologin überwacht werden.

Rückblickend bin ich sogar sehr froh, dass die MRgFUS-Behandlung aufgrund der suboptimalen Lage meines Darms nicht funktioniert hat, denn nach meinen Recherchen soll die Behandlung ziemlich schmerzhaft sein. Neben den üblichen, vertretbaren Risiken, wie Unterleibskrämpfe, Übelkeit, Scheidenausfluss und Harnwegsinfektionen sind weitere Nebenwirkungen möglich, auf die ich definitiv nicht scharf gewesen wäre: Hautverbrennungen, Perforation anderer Organe, wie Darm oder Blase, wenn der „Schallweg“ doch nicht frei war, Rücken- und Beinschmerzen sowie Nervenschäden. Ich bin so froh, dass ich mir die Zeit genommen habe, um nach einer so schonenden Behandlungsform zu suchen, denn eine große OP, bei der geschnitten wird (und wenn die Schnitte auch noch so klein sind!), bergen meiner Ansicht nach ein immens großes Risiko, dass Schlimmeres passieren kann!!!

Hier mein Rat an alle, die mit diesem Thema konfrontiert werden:
Recherchiert umfangreich im Internet nach Behandlungsmöglichkeiten (vielleicht sind eure Myome auch mit MyoSure behandelbar, eine ebenfalls sehr schonende Behandlungsform (https://www.hologic.de/produkte/chirurgie/myomenukleation/myosure/)), sucht. ggf. auch auf englischsprachigen Seiten, denn manchmal sind ausländische Kliniken (vor allem in den USA) weiter als wir hier in Deutschland. Myome sind eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen, daher tut sich da hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten auch immer wieder etwas!

Holt euch unbedingt mehrere Meinungen ein!

Sucht unbedingt eine Fachklinik aus, die sich mit dem Thema „Myom“ gut auskennt; nehmt dafür ggf. auch weite Anfahrtswege in Kauf, denn es geht um euren Körper und eure Gesundheit! (Ich wäre für diese Methode auch in eine Fachklinik in die USA geflogen)! Und auch wenn gerne gesagt wird, dass für die Radiofrequanzablation eine Myomgröße von 6 cm das Maximum darstellt, so habe ich in der Zwischenzeit von einem Fall gehört, bei dem das Myom 17 cm groß war und erfolgreich behandelt wurde (der Arzt abladiert dann nicht nur eine Stelle, sondern erhitzt das Myom von mehreren Seiten aus, um so viel Gewebe wie möglich zu zerstören).

Auch wenn es unangenehm erscheint: bedenkt bei der Wahl der Behandlungsform, dass körpereigene Öffnungen (wie z.B. die Scheide) nunmal schon vorhanden sind und eine Behandlung durch diese Öffnung für den Körper deutlich weniger invasiv ist, als wenn neue Öffnungen geschnitten werden müssen! Ihr liegt aus hygienegründen eh bei jedem Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird, nackt auf dem OP-Tisch!

Auch wenn ihr schon Kinder habt und/oder keine (mehr) wollt: Lasst euch bitte NIEMALS die Gebärmutter heraus nehmen (Hysterektomie), wenn es nicht unbedingt medizinisch notwendig ist oder ihr es unbedingt wollt! Die Gebärmutter ist ein wichtiges Organ, das den Hormonhaushalt regelt. Wenn diese weg ist, kann es zum sofortigen Einsetzen der Wechseljahre kommen. Außerdem nimmt die Gebärmutter im Bauchraum eine wichtige Funktion für die Lagestabilität anderer Organe ein. Wenn dort „nichts“ mehr ist, kann es zum Absenken von Darm und Blase und zur Inkontinenz kommen. Daneben handelt es sich um einen stark invasiven Eingriff mit Schmerzen und einer sehr sehr langen Regenerationszeit über mehrere Wochen bzw. Monate. Ich habe sogar von Fällen gehört, in denen Ärzte die Vagina verkürzt haben, sodass für die Frau kein oder nur noch ein sehr eingeschränktes (schmerzhaftes!) Sexualleben möglich ist! Das heißt, dass durch solche Eingriffe möglicherweise auch Ehen in mitleidenschaft gezogen oder sogar zerstört werden. Auch die Orgasmusfähigkeit kann verloren gehen, da sich bei einem Orgasmus die innere Muskulatur der Gebärmutter rhythmisch zusammenzieht. Es kann also passieren, dass das dann alles nicht mehr möglich ist. Das ist Lebensqualität, die unwiederbringlich verloren gehen würde! Und auch hier sind Verletzungen anderer Organe oder starke Blutungen durch das Öffnen der Gebärmutterwand möglich. Und auch hierbei kommt es wohl häufig zu Verwachsungen und Vernarbungen, die ebenfalls erheblich Probleme verursachen können. Ja, es mag Frauen geben, die sich zu diesem Schritt entschieden haben und die mit dieser Entscheidung sehr gut leben können und glücklich sind, aber es gibt eben auch viele Frauen, die neben körperlichen Problemen den „Verlust ihrer Weiblichkeit“ mit starken körperlichen und vor allem auch seelischen Problemen teuer bezahlen (unter anderem auch, weil sie oft nicht richtig informiert/aufgeklärt wurden)! Ein „Zurück“ gibt es dann aber nicht mehr…

UPDATE 2019:
Etwa ein Monat nach der SONATA-Behandlung wurde kontrolliert, ob sich etwas getan hat. Man konnte zwar sehen, dass die Myome nicht mehr diese gelichmäßig glatte Oberfläche hatten, sondern etwas "schrumpelig" aussahen, aber sonst konnte man leider noch keine Veränderung feststellen. Auch im Januar 2019 konnte noch keine Verkleinerung festgestellt werden.
Da ich zunehmend mehr Probleme hatte (Druckschmerzen, Schmerzen im Becken, sodass ich keine Stunde am Stück schmerzfrei laufen konnte), war ich im Juli 2019 dann nochmal bei meiner Gynäkologin. Ich war schockiert, als sie sagte (und ich sehen konnte), dass alle vier Myome gewachsen waren! Das größte von den Myomen hatte bereits einen Durchmesser von 7 cm. Ich ließ mir dann nochmal einen Termin in der Klinik geben, in der die Behandlung durchgeführt wurde. Dort sagte mir der behandelnde Arzt, dass die Myome (ich habe vier große subseröse Myome, also solche, die in der Gebärmutterwand und in Richtung Bauchhöhle wachsen) zwar erfolgreich abladiert wurden, dass aber ein Teil, der aus Schutz zu benachbartem Gewebe bei der Ablation ausgespart wird (das MUSS so gemacht werden!), weiter wächst. Ich wollte unbedingt eine zweite Radiofrequanzablationsbehandlung, er aber lehnte das ab und empfahl mir eine Operation mittels kleiner Bauchschnitte (Laparoskopie) und sagte auch gleich dazu, dass es aufgrund der Größe der Myome möglicherweise dazu kommen könnte, dass ein großer Bauchschnitt (Laparotomie) gemacht werden muss. Ich konnte es nicht glauben! Gehörte ich wirklich zu den 20 % der Patientinnen, bei der die Myome nicht kleiner werden?? Aber warum sind denn dann ALLE Myome größer geworden??
Nach wie vor kam für mich (obwohl ich inzwischen wirklich massive Beschwerden hatte) keine OP in Frage und begab mich erneut auf die Suche nach einem Arzt, der die Radiofrequanzablation bei mir ein zweites Mal durchführt, da ich nach wie vor der Meinung bin, dass die Radiofrequenzablation die beste und schonendste Behandlungsform ist! Denn - wie oben beschrieben - hatte ich vier große subseröse Myome. Das bedeutet, dass meine Gebärmutter an vier Stellen aufgeschnitten, das Myom herausoperiert und wieder zugenäht werden würde - und das an vier Stellen! Da die Gebärmutter ein sehr gut durchblutetes Organ ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass extrem heftige Blutungen auftreten, die möglicherweise lebensbedrohlich werden könnten und dann möglicherweise doch zu einer Entnahme der Gebärmutter führen, extrem hoch (so wie es meiner Zimmernachbarin im Oktober 2018 ergangen ist: 2 der 3 Myome wurden bei ihr 2017 mittels SONATA erfolgreich behandelt. Das dritte Myom machte aber nach wie vor Probleme, sodass sie sich zu einer OP entschied, die ihr der Arzt empfohlen hat. Sie ist schließlich auf der Intensivstation ohne Gebärmutter wieder aufgewacht! Laut Arzt musste er ihr die Gebärmutter entnehmen, weil sie sonst verblutet wäre!).
Aber selbst wenn ich die Gebärmutter behalten würde, würde man sie mir quasi zerfetzen (Zitat meiner Gynäkologin!). Und eine Schwangerschaft mit "normaler" (spontaner) Geburt wäre auch nicht mehr möglich (wegen des Aufreiß-Risikos nur Kaiserschnittentbindung).
Man darf halt auch nie vergessen, dass Krankenhäuser wirtschaftlich orientierte Unternehmen sind (meines Erachtens ein großer Fehler im System!) und dass eine größere/große OP einen deutlich größeren Gewinn für die Klinik bedeutet als so schonende Behandlungsformen wie SONATA (das hat mir der erste behandelnde Arzt auch mehrmals gesagt. Das ist auch der Grund, warum man 2 Nächte in der Klinik bleiben soll, obwohl es den Patientinnen nach der OP so gut geht, dass sie eigentlich direkt nach Hause gehen könnten).

Also verbrachte ich wieder Stunden im Internet und recherchierte nach Ursachen, warum die Myome gewachsen sind (im August 2019 war ich nochmal bei einem anderen Arzt und der hat sogar 8 cm-Myomgröße gemessen!). Ich kaufte mir ein Myomkochbuch und las, dass tierische Produkte (v.a. Milch und Milchprodukte) sehr viele Östrogene beinhalten und dass Östrogene das Wachstum der Myome ankurbelt. Ich beschloss daher, meine Ernährung komplett umzustellen (obwohl ich generell schon wenig Fleisch und auch nicht übermäßig viel Milch- oder Milchprodukte konsumiert habe) und ernährte mich von heut auf morgen VEGAN! Ich hatte ja nichts zu verlieren, außer möglicherweise (hoffentlich) eine zweite Behandlung/große OP zu verhindern! Ich habe angefangen auf tierische Produkte, Süßigkeiten und Alkohol zu verzichten und trank 2-3 Mal am Tag Grünen Tee. Allein aus klimaschutzgründen konnte ich mit der Umstellung gut leben;-D
Das beeindruckende und erschreckende zugleich war, dass ich zwei Tage nach meiner Ernährungsumstellung Blutungen bekam, die meiner Periode gleich kamen (und es war definitiv NICHT meine Periode)!
Nur ZWEI WOCHEN SPÄTER hatte ich einen Beratungstermin in einer Klinik für eine zweite Radiofrequenzablation. Dort wurde festgestellt, dass alle vier Myome um etwa 2 cm GESCHRUMPFT sind!!! Ich konnte es kaum glauben (und kann es eigentlich immernoch nicht fassen!).
Ich habe zwar jetzt einen Termin für eine zweite SONATA-Behandlung, werde aber meine vegane Ernährungsweise jetzt erstmal weiter führen. Und wer weiß, vielleicht komme ich um eine zweite Behandlung drum herum:-D
Meine Beckenschmerzen sind auf jeden Fall deutlich weniger geworden und auch drücken die Myome nicht mehr, wenn ich mich beispielsweise beim Spülen gegen die Arbeitsplatte lehne. Ich bin gespannt, was der nächste Termin beim Arzt zeigt!

Ich werde euch jedenfalls auf dem Laufenden halten! Mich würde aber auch interessieren, wer ebenfalls eine Radiofrequenzablation (SONATA) hat vornehmen lassen und ob es etwas gebracht hat.

Liebe Grüße und alles Gute euch!!!