Behandlungsmethode Radiofrequenzablation

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Liebe Mit-Leidensgenossinnen,
ich möchte gerne meine positive Erfahrung mit Euch teilen. Die gute Nachricht ist, dass zu den Behandlungsformen, die hier auf der Site aufgeführt sind, noch eine dazukommt. Da sieht man die fortschreitende Entwicklung. Was fehlt, ist die Erwähnung einer neuen minimal invasiven Behandlungsmethode, der Radiofrequenzablation. Diese Methode ist geeignet für Myome, die im Innenraum der Gebärmutter liegen, da der Eingriff über die Scheide vorgenommen wird. Ich hatte zuletzt ein 7 cm großes submuköses Myom, das direkt unter der Gebärmutterschleimhaut lag. Er verursachte mir sehr schwere Blutungen.
Über 1,5 Jahre habe ich mich damit herumgeplagt, weil ich mich nicht für die Gebärmutterentfernung entscheiden wollte. Vielleicht war ich hierauf insbesondere daher sehr schlecht zu sprechen, weil mein Gynäkologe mich sofort nach der ersten Diagnose, als das Myom erst 3 cm groß war, zur Gebärmutterentfernung drängte. Ich fühlte mich völlig überrumpelt.
Es wundert mich gar nicht, dass Deutschland ganz oben auf der Liste der GM-Entfernungen steht. Es ist wie in der Waschstrasse, man wird mit sanfter wohlwollender Überzeugung in Richtung Hysterektomie geschoben wenn man nicht voll dagegen hält. Auch das Umfeld (Bekannte, Schwiegereltern) hatte im Übrigen nicht viel Verständnis für mein Dagegenhalten mit meinen 47 Jahren.
Dann stieß ich über eigene Recherchen auf die Radiofrequenzablation am Uterus. Das erschien mir sofort die geeignete Behandlungsmethode für mich. Ich vereinbarte einen Termin in der Myomsprechstunde des Klinikums und der OP-Termin fand 6 Wochen später statt. Doch auch hier mußte ich meinen ausdrücklichen Wunsch nach dieser Methode gegen konventionelle OP-Methoden durchsetzen.
Eine Sonde wird unter Vollnarkose vaginal bis in den GM-Raum eingeführt, das Myom mithilfe Ultraschall genau lokalisiert und dann wird mit einer feinen Nadel, die in das Myom hineinfährt, bei ca. 100 Grad verödet. Daraufhin bildet sich das degenerierte Myom in den nächsten Monaten zurück und wird verstoffwechselt. Den Eingriff machen noch nicht alle Frauenkliniken in Deutschland. Die Methode ist meines Wissens erst seit 2017 in Deutschland zugelassen. Ich habe es vor 2 Wochen in der Frauenklinik Mannheim machen lassen, ca. 2 Fahrtstunden von meinem Wohnort entfernt.
Mir geht es sehr gut! Keine einzige Schmerztablette habe ich seither genommen, noch nicht mal direkt nach dem Aufwachen. Schon nach 2 Stunden konnte ich aufstehen, mich umziehen, nach 6 h wieder essen. Ich blieb noch weitere 2 Tage stationär und war insgesamt nur 7 Tage krankgeschrieben. Gerne berichte ich nun über den weiteren Verlauf. Es wird sich zeigen, wie die nächsten Perioden ablaufen. Sie sollten deutlich schwächer ausfallen von Monat zu Monat. Ich möchte Euch Mut machen, Eure eigene Behandlungsmethode zu finden. Und wartet nicht so lange wie ich. Die Größe meines Myoms war für diese Behandlungsform schon grenzwertig.
Wichtig für Euch zu wissen, diese Behandlungsmethode wurde von meiner gesetzlichen Kasse übernommen.
Ich habe zuvor auch alternative Methoden probiert wie Ernährungsumstellung, Tees und Gerichte aus Myomkochbüchern. Es hat leider nichts geholfen.