Die Initiative „Rettet die Gebärmutter“ (RdG) im Interview mit Iris S. zum Thema Endometriumablation unter Lokalanästhesie

Iris S. war es nicht nur wichtig, ihre Gebärmutter zu retten. Sie hat auch live dabei zugeschaut! – Und fand es wunderbar!

RdG: Frau S., wie unsere andere Interviewpartnerin, Frau Akrat, haben auch Sie die Endometriumablation unter Lokalanästhesie machen lassen. Das ist ein in Deutschland noch recht seltenes Vorgehen. In den Niederlanden wird das schon seit einigen Jahren angeboten. Wie kamen Sie auf die Idee?

Iris S.: Ich hatte schon seit langer Zeit starke Blutungen, die auch recht lange andauerten, aber als dann die Abstände dazwischen nur noch vierzehn Tage kurz waren, wurde es mir zu viel. 

RdG: Waren Sie deswegen bei Ihrem Frauenarzt?

Iris S.: Ja, er machte auch einen Ultraschall, sowohl über Scheide und Bauchdecke. Da ich zu dem Zeitpunkt 50 Jahre alt war und Anzeichen von Wechseljahrs-Beschwerden hatte, riet er mir zur Gebärmutterentfernung.

RdG: War das die einzige Behandlung, die er vorgeschlagen hat?

Iris S.: Ja. Ich hatte mich schon vorher erkundigt und wusste, dass es noch andere Möglichkeiten gibt. Ich sagte jedenfalls, dass ich auf gar keinen Fall eine Gebärmutterentfernung wolle. 

RdG: Wie kamen Sie dann schließlich zu Dr. Böing?

Iris S.: Ich hatte in der Oberhausener Zeitung etwas über Dr. Böing gelesen und mich im Internet über die Endometriumablation mit Goldnetz informiert. Dass es auch die Möglichkeit gibt, den Eingriff mit Lokalanästhesie zu machen, erfuhr ich später. 

RdG: Wie ging es dann weiter?

Iris S.: Ich bekam einen Vortermin in der Klinik und wurde von der Oberärztin untersucht. Sie machte eine Anamnese, eine Tastuntersuchung und nochmals einen Ultraschall. Sie stellte fest, dass der Eingriff bei mir kein Problem sei. Ein paar Tage später war dann der Termin mit Dr. Böing, der mir den Ablauf des Eingriffs erklärte. Im Zuge dessen erzählte er mir auch von der Möglichkeit der Lokalanästhesie. Ich fand das interessant, war mir aber nicht sicher, ob ich das wollte. Aber ich musste das auch an dem Tag nicht entscheiden. Dr. Böing sagte, ich könne mich kurz vor dem Eingriff entscheiden und es mir bis dahin in Ruhe überlegen.

RdG: Wann war dann der Eingriff und wie lief er ab?

Iris S.: Mein Termin war am 01. September 2014. Ich wurde eine halbe Stunde vorher vorbereitet. Der Eingriff selbst dauerte nur eineinhalb Minuten, dann war schon alles vorbei.

RdG: Hatten Sie Schmerzen während des Eingriffs?

Iris S.: Ich hatte ein kurzes, starkes Ziehen, so ähnlich wie am ersten Tag der Periode. Sonst nichts, auch danach hatte ich keine Schmerzen.

RdG: Und wann haben Sie sich für die Lokalanästhesie entschieden?

Iris S.: Kurz vor dem Eingriff. Ich war dann doch neugierig und habe mich entschlossen, die Operation zu beobachten. 

RdG: Und haben Sie das bereut? Das ist ja schon eine extreme Erfahrung, oder?

Iris S.: Das habe ich gar nicht so empfunden. Ich fand es sehr spannend und ich hätte auch jederzeit wegschauen können. Dr. Böing hat mir währenddessen alles erklärt und gezeigt. Ich fand das sehr interessant.

RdG: Wie ging es nach der OP weiter, hatten Sie Schmerzen?

Iris S.: Ich bin zunächst drei Tage in der Klinik geblieben, da hatte ich nur ein bisschen Ausfluss. Eine Woche nach dem Eingriff hatte ich eine leichte Schmierblutung. Die habe ich auch weiterhin alle paar Wochen. Aber sie ist ganz gering, eine Slipeinlage reicht da völlig aus und sie dauert nur 2-3 Tage. 

RdG: Haben Sie ansonsten Beschwerden?

Iris S.: Nein, gar keine. Es ist ein großer Unterschied. Ich habe wieder ein Sozialleben, kann ohne Bedenken ausgehen. Ich habe ein großes Stück Lebensqualität zurückgewonnen.

RdG: Waren Sie in der Zwischenzeit noch einmal zur Kontrolluntersuchung?

Iris S.: Ja, bei meinem Gynäkologen. Es war alles in bester Ordnung!

RdG: Hat er etwas dazu gesagt, dass Sie diesen Eingriff machen ließen und nicht die Gebärmutterentfernung?

Iris S.: Allerdings. Das Einzige, was er dazu sagte war, dass nach seiner Erfahrung nach einiger Zeit die Blutungen wieder anfangen...
Ich erwiderte, dass das sein kann, aber nicht sein muss. Ich sei darüber aufgeklärt worden, aber momentan ginge es mir sehr gut und ich sei froh, meine Gebärmutter noch zu haben. Ich würde es jeder Frau nur empfehlen. – Was ich übrigens auch schon mehrmals getan habe.

RdG: Wir freuen uns sehr, dass es Ihnen gut geht und Sie uns von Ihren Erfahrungen berichten. Noch eine letzte Frage, da diesbezüglich ganz unterschiedliche Berichte bei uns eingehen: Hatten Sie Schwierigkeiten mit der Kostenerstattung durch die Krankenkasse?

Iris S.: Nein, gar keine. Die AOK Nordrhein-Westfalen hat reibungslos gezahlt.

RdG: Liebe Frau S., vielen Dank für dieses Interview und Ihre Offenheit.