Chirurgische Behandlung

Myomentfernung (Myomektomie)
bezeichnet die Methode der chirurgischen Entfernung eines oder mehreren Myome. Je nach Größe, Anzahl und Lage der Myome erfolgt dies über einen Bauchschnitt (Laparotomie), einen minimal-invasiven Zugang über kleine Bauchschnitte (Laparoskopie) oder ohne jedweden Schnitt mit einem Zugang durch die Scheide und den Gebärmutterhals (Hysteroskopie).

Die Entfernung eines submukösen Myoms erfolgt standardmäßig mittels Hysteroskopie durch den Gebärmutterhals. Intramurale und subseröse sowie besonders große Myome werden entweder laparoskopisch (kleine Einschnitte, minimal-invasiv) oder mittels Bauchschnitt entfernt.

Alle diese Eingriffe erfolgen in Vollnarkose wobei ein Verlassen der Klinik teilweise bereits am Tag der Operation möglich ist. Je invasiver die gewählte Methode, desto länger dauern in der Regel die Erholungszeit und Heilung nach dem operativen Eingriff (von einigen Tagen nach der Hysteroskopie bis zu mehreren Wochen nach der Laparotomie). Auch das Risiko für postoperative Komplikationen wird größer je invasiver die gewählte Methode des Eingriffs ist.

 

Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)
Die Gebärmutter wird dann entfernt, wenn die Patientin unter großen Schmerzen leidet und/oder starke Monatsblutungen und eine dadurch hervorgerufene Blutarmut (Anämie) hat. Gründe für den Eingriff sind zudem sehr rasch wachsende Myome oder eine große Anzahl von Myomen (Uterus myomatosus). Wenn Myome auf einer breiten Fläche mit der Gebärmutter verwachsen sind, macht dies ein Herausschneiden der einzelnen Wucherungen nicht mehr möglich. Es würde eine zu große Wundfläche entstehen.

Voraussetzung für eine Gebärmutterentfernung ist eine abgeschlossene Familienplanung.
Je nach Größe und Beweglichkeit der Gebärmutter wird ein Bauchschnitt durchgeführt oder sie wird über die Scheide entfernt.

Mögliche Komplikationen: Verletzung anderer Organe wie Blase, Harnleiter und Darm, Nachblutungen und Infektionen sowie Verwachsungen.
Die Operation hat auch dann hormonelle Konsequenzen, wenn die Eierstöcke nicht entfernt werden, denn einige der Blutgefäße, die die Eierstöcke versorgen, werden während des Eingriffs abgeklemmt und somit die Hormonproduktion gedrosselt.

Bei Frauen, die kurz vor den Wechseljahren (Klimakterium) stehen, ist häufig eine Gebärmutterentfernung nicht nötig. Durch das Einstellen der Hormonproduktion verschwindet ein Teil der Beschwerden und die vorhandenen Myome können sich zurückbilden.

Ausschälung des Myoms (Myomenukleation)
Es gibt inzwischen einige chirurgische Behandlungsverfahren, bei denen das Organ erhalten wird. Dabei wird das Myom ausgeschält. Die Lage der einzelnen Myome bestimmt  das angewendete Verfahren.

Submuköse Myome
Die Entfernung eines submukösen Myoms erfolgt standardmäßig mittels Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) durch den Gebärmutterhals.
Hysteroskopische Myomenukleation beinhaltet das Einführen eines Hysteroskops durch die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter. Hysteroskope sind so dünn, dass sie durch den Gebärmutterhals passen. Dabei wird er nur minimal gedehnt. Da die Geräte durch den Gebärmutterhals eingeführt werden, müssen keine Bauchschnitte vorgenommen werden. Das Hysteroskop ist ein dünnes, teleskopartiges Instrument welches es dem Arzt erlaubt, die Myome zu sehen.

 

Im folgenden Interview stellt Dr. med. Andreas Nugent, Tagesklinik Altonaer Straße in Hamburg, die Therapieoptionen bei Myomen dar. Besonders verweist er auf die Möglichkeiten für Frauen mit bestehendem Kinderwunsch.

 

 

 

 

Inzwischen gibt es zwei hysteroskopische Behandlungsmethoden:
 

Hysteroskopie mit Resektionsschlinge

Die Resektionsschlinge ist eine Drahtschleife, über die elektrischer Strom fließt. Zunächst wird die Gebärmutterhöhle mit einer Spüllösung gedehnt und anschließend das Myom mit der Resektionsschlinge Schicht für Schicht abgetragen. Auftretende Blutungen werden elektrisch durch die Schlinge verödet (kauterisiert). Die Myomstückchen werden über den Arbeitskanal des Instruments (Hysteroskop) entfernt.
Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und dauert etwa 60 Minuten. Komplikationen können die Verletzung benachbarter Organe sowie ein Überwässerungssyndrom bei längerer Spülung darstellen. Es kann zudem zur Perforation kommen.

Hysteroskopie mit MyoSure
Die Behandlung mit MyoSure ist in Deutschland relativ neu. In den USA wird die Methode bereits seit Jahren mit Erfolg angewandt und gilt als sehr schonend und komplikationsarm.
Die Gebärmutter wird mit einer Kochsalzlösung aufgedehnt, sodass der Arzt in die Gebärmutter hineinschauen kann. Der MyoSure Gewebeentferner wird durch das Hysteroskop (stabförmige Optik) eingeführt und entfernt das Myom mit einer Schneid-Saug-Funktion durch das Instrument. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und dauert etwa 30 Minuten. Die Methode ist schonend und hinterlässt keine Narben.

Durch eine Behandlung mit MyoSure können starke Blutungen bei 90 Prozent aller Fälle reduziert werden. Das Risiko des erneuten Auftretens liegt bei 20 Prozent nach fünf Jahren (nach einer Bewertung klinischer Daten).
Als Komplikationen können leichte Krämpfe und Unwohlsein nach der Operation auftreten.
Die Rate liegt unter 2 Prozent bei folgenden Komplikationen: Perforation während der Erweiterung des Gebärmutterhalses, zu starkem Einschwämmen von Flüssigkeit.

Die Vorteile von MyoSure liegen in der geringen Aufdehnung des Gebärmutterhalses und der stromlosen Abtragung ohne Gewebeschädigung (besonders wichtig bei Patientinnen mit Kinderwunsch), dem geringen Risiko einer Perforation oder übermäßiger Flüssigkeitseinschwämmung und in der einfachen, sicheren und schnellen Anwendung (durch simultane Schneid-Saug-Funktion).

Subseröse Myome
Intramurale und subseröse sowie besonders große Myome werden entweder laparoskopisch (kleine Einstiche, minimal-invasiv) oder mittels Bauchschnitt (Laparotomie) entfernt.
Während bei der Hysteroskopie und der Laparoskopie als minimal-invasiven Eingriffen nur geringe Risiken bestehen, ist ein Bauchschnitt mit größeren Blutverlusten verbunden. Es können zudem Verwachsungen entstehen und die Genesungszeit dauert länger.

Die Rückfallrate für ein neues Myom-Wachstum nach einem operativen Eingriff liegt bei etwa 10 Prozent pro Jahr.